Trauung

Biblische Begründung der Ehe

Von Anfang an sieht die Bibel den Menschen als ein Wesen, das nur in Gemeinschaft mit anderen existieren kann. So wird schon in der Schöpfung das Zusammenleben von Mann und Frau begründet: „Es ist nicht gut dass der Mensch allein sei. Darum wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird seiner Frau anhängen und sie werden ein Fleisch sein“, schreibt der Schöpfungsbericht im Alten Testament (1.Mose 2,24). Und das Urteil, das Gott zu diesem Zusammensein von Mann und Frau spricht, lautet: „Und siehe, es war sehr gut“.

Wenig später heißt es: „Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn – und er schuf ihn als Mann und Frau. Und Gott segnete sie.“ (1. Mose 1,27f). Das bedeutet: Wir sind Bilder Gottes, Männer wie Frauen, aber gerade auch in der Gemeinschaft, in der Liebe sind wir Gott ähnlich. Nach christlichem Verständnis ist die Liebe zwischen zwei Menschen ein Geschenk Gottes, der diese Menschen geschaffen hat. In einer lebenslangen und respektvollen Beziehung können sich Gottes Liebe, seine Wertschätzung des Menschen und seine Treue  widerspiegeln.

Auch das Neue Testament betont, dass Mann und Frau durch jene Liebe miteinander verbunden sind, die in der Liebe Gottes gründet: „Ihr seid zur Freiheit berufen, … durch die Liebe diene einer dem anderen“ (Galater 5,13).

Die Trauung: Bitte um Gottes Segen

Der Gottesdienst anlässlich dieser Eheschließung hat eine wichtige Funktion: Das Paar bittet Gott um seinen Segen für seine Ehe und für das Zusammenleben. Gott soll das Fundament ihrer Partnerschaft sein. Die Ehepartner versprechen sich vor Gott und der versammelten Gemeinde die lebenslange Liebe, Fürsorge und Treue „mit Gottes Hilfe“ und machen damit Ihre Beziehung öffentlich. Und im Gebet tritt die versammelte Gemeinde vor Gott für dieses Paar in der Fürbitte ein.

In der Evangelischen Kirche in Bayern ist die standesamtliche Trauung Voraussetzung für die Hochzeit in der Kirche.

Häufig gestellte Fragen zur Trauung

Die Antworten beziehen sich auf die Praxis der Kirchengemeinde St. Katharina.

Was passiert im Traugespräch? Was müssen wir mitbringen?

Bei dem Gespräch geht es vor allem darum, sich gegenseitig kennen zu lernen, Formalia zu klären und den  Gottesdienst planen.

Falls die standesamtliche Trauung schon vollzogen ist, bringen Sie bitte Ihr Stammbuch zum Traugespräch mit und eventuell das Ihrer Eltern, in dem Ihre Taufe, Konfirmation ect. vermerkt sind.

Sollte die standesamtliche Trauung noch nicht vollzogen sein, bringen Sie bitte Ihr Stammbuch zum Nachweis zur kirchlichen Trauung mit. Im persönlichen Gespräch werden Anhaltspunkte für die Trauansprache gesammelt. In der  Regel haben Sie die Möglichkeit an der ein oder anderen Stelle die Gestaltung des Gottesdienstes mitzubestimmen.

Wenn mein Partner eine anderen Konfession (oder gar keiner) angehört?

Wenn Sie sich nicht für eine rein katholische oder rein evangelische Trauung entscheiden können, ist eine „ökumenische Trauung“ ein Kompromiss, der beide Konfessionen berücksichtigt. Es handelt sich dabei um eine katholische Trauung mit Beteiligung eines evangelischen Pfarrers oder einer Pfarrerin bzw. um eine evangelische Trauung mit Beteiligung eines katholischen Pfarrers – je nachdem, ob Sie sich für ein katholisches oder evangelisches Gotteshaus entscheiden.

Kirchenrechtlich gilt eine solche Trauung als katholisch , wenn sie unter katholischer Federführung vollzogen wurde und entsprechend als evangelisch bei evangelischer Federführung.

Wenn ein Partner evangelisch ist und der andere keiner oder einer anderen Religion angehört, ist auf den Wunsch des evangelischen Partners ein Gottesdienst aus Anlass der Eheschließung möglich. Dabei wird jedoch vorausgesetzt, dass der nicht-christliche Partner die Form und Bedeutung dieses Gottesdienstes respektiert. Dies wird im Gespräch durch die Pfarrerin geprüft. Im Anschluss muss der Dienstvorgesetzte Dekan informiert werden und sein Okay dazu geben.

Was kostet die Trauung?

Die Trauung kostet in St. Katharina 45 EUR. Die Rechnung wird Ihnen im Anschluss an die Trauung zugeschickt.

Wie läuft die „kirchliche Trauung“ konkret ab?

Ein Traugottesdienst kann – vereinfacht gesagt – in drei Teile eingeteilt werden. Im ersten Teil zieht das Brautpaar in die Kirche ein und wird vom Pfarrer mit einem biblischen Wort begrüßt. Gebet und Lied/Musik dienen der Sammlung und dem Lobpreis Gottes.

Mit der Predigt über den Trauspruch beginnt der mittlere Abschnitt. Es folgt die eigentliche Trauung mit Schriftlesungen aus Altem und Neuem Testament, Trauversprechen der Eheleute, Segen für die junge Ehe. Wünscht sich das Ehepaar ein gemeinsames Abendmahl, schließt dies jetzt an.

Im Schlussteil folgen Fürbitten, Vaterunser und Musik. Mit dem Segen Gottes entlässt der Pfarrer Brautpaar und Traugemeinde in den Festtag.

Dürfen wir auch im Freien oder an einem ungewöhnlichen Ort heiraten?

Grundsätzlich ist die Kirche der Ort für einen Gottesdienst, also auch für die kirchliche Trauung.

Können wir unseren Gottesdienst mitgestalten?

Gerne! Möglichkeiten gibt es dabei viele: Sie können sich die Lieder aussuchen – in der Regel kirchliche bzw. christliche Lieder. Besondere Liedwünsche bitte im Traugespräch abklären. Auch bei biblischen Texten, Gebeten und der Segnung können Angehörige oder Trauzeugen mit eingebunden werden, aber auch durch etwas selbst Vorgetragenes. Sollten Ihre Angehörigen oder Trauzeugen etwas ohne Sie planen, verweisen Sie diese gerne an die Pfarrerin.

Wie sieht es mit Liedblättern aus?

Liedblätter sind in der Regel bei Aussuchen von Gesangbuchliedern nicht nötig. Erfahrungsgemäß wollen Brautpaare jedoch ein Liedblatt erstellen. Dies ist möglich und liegt in der Hand des Brautpaares. Ein Liedblatt kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn Verwandte von weiter her anreisen und mit der Liturgie der Kirchengemeinde  nicht vertraut sind.

Bitte bringen Sie die Liedblätter rechtzeitig vor der Trauung zur Kirche, damit die Mesnerin diese bereits vor dem Gottesdienst verteilen kann.

Wer schmückt die Kirche und was kostet das?

Für den Kirchenschmuck bei der Trauung ist das Brautpaar selbst zuständig. In der Regel besteht dieser aus einem Gesteck für den Altar (hier gibt es keine Größenvorgabe) und den Blumen an den Bänken. Die Kosten variieren je nach Aufwand des Blumenschmuckes und Gärtnerei.

Bitte beachten Sie: Traditionell verbleibt der Blumenschmuck nach der Trauung in der Kirche!

Dürfen wir Reis werfen oder Blumen streuen?

Reis werfen ist in keinem Fall erlaubt! Das hat vor allem einen moralischen, sozialen Grund: In vielen Ländern, besonders in der Dritten Welt, hungern Kinder und Erwachsene. Da kann es nicht sein, dass wir hier einfach mit Reis um uns werfen!

Blumen dürfen geworfen werden, jedoch nur außerhalb der Kirche.